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Harter Knochen oder nur Muskelprotz?

Im Gegenteil: Fundiertes Wissen kann auch da helfen, negative Trainingseffekte bis hin zu Verletzungen gar nicht erst auftreten zu lassen. Im Internet sieht man zwar tolle Dinge, die man mit seinem Körper machen kann - aber leider auch viel Haarsträubendes, Kontraproduktives, ja sogar Gefährliches. Zum Beispiel Typen, die jeden Tag 200 Liegestütze machen oder andere einseitige Workouts, falsche Übungsanleitungen und hochkomplexe Übungen, die einfach nichts für Anfänger sind. Sicher, Bewegung ist nie verkehrt. Aber es gibt leider verkehrte Bewegungen. Und die bergen eine Menge Risiken.
Nehmen wir mal diese Idee mit den täglichen Liegestützen. Klingt oberflächlich gesehen ja sehr spannend - aber was da wirklich im Inneren des Körpers passiert, sieht man auf YouTube leider nicht. Denn einerseits nimmt die tägliche Belastung derselben Muskelgruppe den Muskeln die Zeit zu regenerieren - die sie aber für ihr Wachstum brauchen. Die Leistung wird auf lange Sicht also sogar sinken. Und andererseits wird man durch das einseitige Training ziemlich bald muskuläre Dysbalancen entwickeln. Das verschlechtert die Haltung  - und ein sogenanntes Impingement im Schultergelenk droht. Damit werden manche Übungen dann zu einer recht schmerzhaften Angelegenheit.
Beim Training belasten wir schließlich nicht nur unsere Muskeln, sondern auch unsere sogenannten passiven Strukturen. Während Muskeln jedoch recht schnell wachsen können, brauchen Knochen, Knorpel, Gelenke und Bänder viel länger, um sich anzupassen. Sprich: Wer als Anfänger mit zu hohen Belastungen trainiert (etwa bei zu intensiven Crossfit-Workouts oder weil er die Anderen im Fitnessstudio beeindrucken will), könnte schon bald die Rechnung präsentiert bekommen vom Orthopäden.

Was bringen die stärksten Muskeln, wenn man daher kommt hat wie der Glöckner von Notre-Dame, Gelenke hat wie eine rostige Tür oder jede Bewegung schmerzt? Doch ohne Fachwissen über vernünftiges und gesundes Training ist man schnell mit seinem Latein am Ende, wenn sich plötzlich solch negative Trainingseffekte einstellen. Und wo wir gerade bei Latein sind: Mens sana in corpore sano - ein gesunder Geist in einem gesunden Körper. Das wussten schon die alten Römer. Und die waren ziemlich harte Knochen, glaube ich.